Johanna Klement 
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visual artist 

 

In einer Serie kolorierter Zeichnungen thematisiert Johanna Klement das Leben von Menschen, die sich innerhalb ihrer selbst errichteten Grenzen bewegen. Sie stehen in kleinen Gruppen, bewegen sich sicher in ihrem abgesteckten Bereich. „über den Tellerrand“ nennt die Künstlerin diese Serie: „wir richten uns unser Leben, unser Umfeld so ein, dass es sich bequem darin leben lässt – daher bewegt man sich innerhalb eines gewissen Raumes, eines Feldes, in dem man sich gut zurecht findet.“ Ihre Personen blicken selten „über den Tellerrand“, denn über diese selbst errichteten Grenzen ins Ungewisse zu gehen, sich aufs Neue einzulassen, birgt Gefahren in sich. Es könnte dazu führen, einmal vorgezeichnete Bahnen zu verlassen und die eigene Lebensweise zu hinterfragen.

Johanna Klements Personen wirken lebendig und gleichermassen klischeehaft, die Körperhaltung und Gesten sind einstudiert, und Schlagwörter wie ERFOLG, EINDRUCK, BEKANNTHEIT verstärken dies. Mit schnellen, lockeren Strichen hebt sie wesentliches hervor, macht Personen und Räume sicht- und vorstellbar, ohne ins Detail zu gehen. Sie setzt kräftige Farbakzente und unterstreicht damit die Rolle der im Mittelpunkt stehenden. Durch lasierend, flächig aufgetragene Farbe schafft sie Atmosphäre. Die Bilder scheinen vertraut, wir asoziieren Szenen, die wir aus den Medien, aus der Werbung, aus unserem eigenen Umfeld kennen. Die im Zentrum, im Inneren des Kreises Stehenden, fühlen sich sicher und wohl. Einige, schemenhaft reduzierte Personen, stehen im Hintergrund, sie sind anonym, gehören nicht dazu, sind an den Rand gedrängt.

Helga Cmelka

 

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